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Praxis Aktuell
| Solarium und Höhensonne: Risiko für Melanome - Po besonders gefährdet |
Gefährlicher als man denkt oder zu glauben geneigt ist, sind offensichtlich Solarien und Höhensonnen. Die Nutzung solcher Geräte erhöht das Risiko für Melanome (schwarzer Hautkrebs) um 19 Prozent. Das gilt für Vielnutzer die 10 und mehr Sitzungen absolvieren, bei typischen 5-Min-Sitzungen, doch es gilt nicht nur für diese. Auch sporadische Nutzer von Solarien und Höhensonnen (1-9 Sitzungen) steigern ihr Risiko für schwarzen Hautkrebs bereits um 3 Prozent. Das hat eine Studie ergeben, die in Zusammenarbeit verschiedener medizinischer und wissenschaftlicher Einrichtungen der USA durchgeführt wurde: Darunter das National Cancer Institute in Bethesda (Maryland), das Melanom-Programm der Sutter Pacific Medical Foundation in San Franzisco, das Memorial Sloan-Kettering Cancer Center in New York sowie die Universitäten von Pennsylvania und Kalifornien.
Die Forscher griffen dabei auf Daten zurück, die im Rahmen einer großen Fall-Kontroll-Studie in den Jahren 1991-1992 bei 718 Melanompatienten und 945 Kontrollpersonen erhoben worden waren. Dabei fanden sie u.a. heraus, dass bei Vielnutzern von Solarien und Höhensonnen primäre Melanome gerade an denjenigen Körperstellen bevorzugt auftraten, die im Alltag meist nicht dem Sonnenlicht ausgesetzt sind wie etwa dem Po. Unter denen, die UV-Geräte nutzten oder schon mal genutzt hatten, waren die Frauen gegenüber den Männern in der Mehrzahl. Die Zahl der Nutzerinnen stieg in jüngeren Altersgruppen an: Je jünger, desto mehr besuchten das Solarium. Auch die Wahrnehmung, dass das Bräunen dort gut anschlägt, erhöhte die Bereitschaft zur Nutzung. Der typische Sonnenstudiobesucher war weiblich, jung, dunkler Typ, der schnell und stark bräunt, und viel im Freien unterwegs. Frauen mit heller oder empfindlicher Haut blieben den künstlichen UV-Quellen eher fern.
Quelle:
Redaktion hautstadt, “Sunbeds and sunlamps: who used them and their risk for melanoma”, T.R. Fears et al., Pigment Cell Melanoma Res. 2011, 24: 574-581
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| Hautkrebsvorsorge - mit einem Plus an Sicherheit |
TRIER (amü) – Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts erkranken in Deutschland jährlich etwa 16.000 Menschen an Schwarzem Hautkrebs. Grundsätzlich genügt der geschulte Blick des Hautarztes, um das gefährliche Maligne Melanom von einem Muttermal zu unterscheiden. Technische Hilfsmittel in vielen Hautarztpraxen unterstützen die Blickdiagnostik und bieten dem Patienten ein Mehr an Sicherheit. So werden nicht nur überflüssige Operationen vermieden, sondern auch Leben gerettet.
„Das analytische Betrachten von Muttermalen gehört für uns Hautärzte zur alltäglichen Praxis. Wir sind darin ausgebildet und haben die größte Erfahrung rund um die Erkrankung Hautkrebs. Um aber auf Nummer Sicher zu gehen, bedienen wir Dermatologen uns gerne technischer Hilfsmittel, um die Treffsicherheit bei der Hautkrebs-Vorsorgeuntersuchung zu erhöhen“, erläutert Dr. Gerd Kautz vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen.
Die einfachste Unterstützung des geschulten Blicks stellt nach Auskunft des Hautarztes aus Konz die Dermatoskopie dar. Das Dermatoskop vergrößert die untersuchten Hautareale wie ein Mikroskop oder erlaubt einen tieferen Blick in die Haut, um verdächtige Muttermale zu analysieren. „Die Videomikroskopie oder Videoskopie wiederum ist eine erweiterte Methode der Dermatoskopie. Hierbei wird mit einer speziellen Kamera eine Fotofolge eines verdächtigen Muttermales über Monate oder Jahre hinweg erstellt. Anhand eventueller Veränderungen in Farbe, Größe oder Struktur kann der Dermatologe feststellen, ob das Muttermal bösartig ist oder nicht“, so der Hautkrebsexperte. Diese Form der Untersuchung ist immer dann zu empfehlen, wenn eine verdächtig erscheinende Hautveränderung eine Operation an besonders heiklen Stellen bedeuten würde: etwa im Gesicht. Die Videomikroskopie bietet dem Dermatologen den Vorteil, den Befund dokumentieren zu können. „Wenn der Patient also zur nächsten Kontrolluntersuchung kommt und ich eine neue Aufnahme der verdächtigen Hautveränderung anlege, kann ich diese mit der früheren Aufnahme vergleichen und so die Entwicklung eventueller krebsbedingter Veränderungen ausmachen“, so Kautz. Abhängig vom Befund fällt dann die Entscheidung, ob das Muttermal
entfernt werden muss. „Die Videomikroskopie stellt also eine Qualitätssteigerung innerhalb der Hautkrebsuntersuchung dar, mit der unnötige operative Eingriffe vermieden werden können“, erklärt Kautz Sinn und Zweck des Einsatzes dieses Diagnosesystems.
Eine weitere Erhöhung der „Treffsicherheit“ bieten heute computerunterstützte Kamerasysteme mit Analysefunktion und Anbindung an eine Bild-Datenbank, die so genannte digitale Video-Auflichtmikroskopie. „Diese Systeme sind die Krönung in der Hautkrebs-Diagnostik. Mit ihnen wird die untersuchte Hautveränderung zusätzlich computergestützt analysiert und das Ergebnis elektronisch gespeichert“, so Kautz. Auffällige Male werden sehr stark vergrößert und können so noch genauer als mit einem herkömmlichen Dermatoskop untersucht werden.“ Bei einem der auf dem Markt erhältlichen Systeme sind beispielsweise über 50.000 Bilder von krebsverdächtigen Hautveränderungen hinterlegt. Wenn die Hautveränderung bestimmte Kriterien innerhalb dieses elektronischen Systems erfüllt, hat der Hautarzt so einen zusätzlichen Anhaltspunkt, ob es sich um eine bösartige Veränderung handelt. Dieser Check durch den Computer in Kombination mit der Erfahrung des Hautarztes bietet eine optimale Versorgung für den Patienten“, erklärt Kautz die Vorzüge des Diagnosesystems.
„Die Videomikroskopie und die digitale Video-Auflichtmikroskopie empfehlen sich besonders für Risikopatienten, also solche mit sehr vielen Muttermalen oder bei Auftreten von Hautkrebs in der Familie“, so Kautz über die erweiterte Hautkrebsvorsorge, die nicht durch den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung abgedeckt wird. „Die Kosten für eine solche Untersuchung liegen aber kaum höher als die für einen etwas aufwändigeren
Friseurbesuch“, betont Kautz.
Quelle: Berufsverband der deutschen Dermatologen BVDD, derminform 9/11, www.bvdd.info
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| Ozonschicht dünner geworden: BfS: UV-Strahlung schon im Frühjahr so stark wie im Hochsommer |
Die Ozonschicht über Nordeuropa hat sich verringert. Die Sonnenbrand- und Hautkrebsgefahr steigt damit auch in Deutschland.Sonnenschutz ist deshalb in diesem Jahr besonders wichtig. Die Angaben der Strahlenschutzexperten vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) machen hellhörig. Durch die Schädigung der Ozonschicht kann die UV-Strahlung schon jetzt im Frühjahr so stark sein wie sonst im Hochsommer. Bereits nach Minuten kann ein Sonnenbrand entstehen.
Wer’s genau wissen will, schaut auf den vom BfS ermittelten UV-Index: Er zeigt an, wie stark die UV-Strahlung der Sonne wirklich ist und gibt Entscheidungshilfen für den richtigen Sonnenschutz. Der UV-Index gibt auf einer Skala von null bis elf an, wie hoch die sogenannte „sonnenbrandwirksame Bestrahlungsstärke“ am Tag wird. Bei Werten von null bis zwei sind keine Schutzmaßnahmen notwendig. Zeigt der Index Werte zwischen drei und sieben, sollte man die Mittagssonne meiden und den Körper mit entsprechender Kleidung, Hut und Sonnenbrille schützen. Alle unbedeckten Körperstellen gut mit Sonnencreme einreiben. Erwachsene sollten mindestens Lichtschutzfaktor 20, Kinder mindestens Lichtschutzfaktor 30 verwenden und regelmäßig nachcremen, besonders nach dem Baden. Bei UV-Indexwerten von acht und höher gilt zusätzlich: Auf jeden Fall im Schatten bleiben, in den Mittagsstunden am besten gar nicht ins Freie gehen.Tagesaktuelle Werte des UV-Index und die Dreitagesvorhersage des BfS finden Sie auf den Internetseiten des BfS.
Wem das zu kompliziert erscheint, wer aber trotzdem nicht schon im Frühling mit einem Sonnenbrand und später sogar mit Hautkrebs enden will, kann auch generell ein paar einfachen Regeln beachten. BfS-Sprecherin Anja Schulte-Lutz rät: „Geeignete Kleidung, Kopfbedeckung und Sonnenbrille tragen, die Mittagssonne meiden und nie die Sonnencreme vergessen. Besonders wichtig ist das für Kinder und Jugendliche. Denn Sonnenbrände im Kindesalter tragen entscheidend zum späteren Hautkrebsrisiko bei. Kinder unter zwei Jahren sollten überhaupt nicht in die Sonne.“
Quelle:
Redaktion hautstadt, Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), www.bfs.de
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| Frühling & Sommer: Hochsaison für Heuschnupfen |
Wenn im Frühling die Tage länger werden, die Temperaturen langsam ansteigen und die ersten Pflanzen blühen, dann ist das für die meisten Menschen ein erfreuliches Ereignis. Doch mit dem Frühling beginnt für viele auch die Hochsaison des Heuschnupfens. Niesattacken, rote, juckende und tränende Augen und eine ständig laufende Nase sind für immer mehr Menschen eine lästige Begleitung im Frühling und im Sommer. Laut Deutschem Allergie- und Asthmabund (DAAB) leiden in Deutschland 16 % der Bevölkerung an Heuschnupfen.
» Wie Heuschnupfen entsteht
Beim Heuschnupfen oder Heufieber (med.: allergische Rhinitis oder auch Pollinose) handelt es sich um eine allergische Erkrankung vom Soforttyp (Typ I). Sie beruht auf einer Überempfindlichkeit gegen die Eiweißkomponenten von bestimmten Pollensorten, die während der Gras- und Baumblüte in die Einatmungsluft gelangen. Aber nicht nur Pollen, sondern auch Schimmelpilze, Tierhaare oder -schuppen und der Kot von Hausstaubmilben kommen als Allergene (so genannte Antigene) in Frage.
In den Schleimhäuten der Atemwege, Nase und Augen bewirken die Allergene bei entsprechend empfindlichen Personen meist eine örtlich begrenzte Immunantwort. Der erste Kontakt mit einem Allergen führt dann zur Entwicklung von natürlichen Abwehrstoffen, so genannten Antikörpern. Ab diesem Zeitpunkt erkennt der Organismus die harmlosen Substanzen als gefährlich. Er ist "sensibilisiert" und bildet im Laufe von mehreren Jahren immer mehr Antikörper. Irgendwann kommt es zur ersten allergischen Reaktion. Bei Kontakt mit dem Allergen, z.B. den Blütenpollen, reagiert der Körper jetzt, als müsse er die Krankheitserreger bekämpfen. Die Reaktion von Antikörper und Allergen veranlassen bestimmte Körperzellen, Botenstoffe auszuschütten, die die allergische Reaktion im Körper weitervermitteln.
Ein solcher Botenstoff ist z.B. das Histamin (biologisch sehr aktive Substanz in unserem Körper). Histamin erweitert die kleinen Blutgefäße. Dadurch kommt es zu einer Rötung. Aus den Blutgefäßen tritt Flüssigkeit ins Gewebe aus und es entsteht eine Schwellung. Diese zeigt sich in den typischen Beschwerdebildern des Heuschnupfens, wie der verstopften Nase durch die geschwollene Schleimhaut und den tränenden Augen.
Eine Rolle für die Auslösung der allergischen Symptome spielt auch die Allergenmenge. Besonders hohe Konzentrationen an Pollen befinden sich insbesondere an heißen, trockenen und windigen Tagen in der Luft. An regnerischen Tagen werden Pollen „zu Boden gespült“.
» Welche Pollen-Art ist Schuld?
Durch führen eines Allergie-Tagebuchs können mögliche Allergene schneller eingegrenzt werden. Verschiedene Allergietests können dann Aufschluss darüber geben, ob eine allergische Reaktion vorliegt. Um herauszufinden, welche Pollen-Art die allergische Reaktion hervorruft, kann ein so genannter Prick-Test durchgeführt werden: Auf markierte Hautareale (meist am Unterarm) werden verschiedene Testlösungen, in denen die in Frage kommenden Pollen gelöst sind, aufgeträufelt. Durch diese Stoffe hindurch wird die Haut oberflächlich, meistens mit einer Prick-Lanzette, eingeritzt. Als Kontrollen werden Histamin- (Positiv-Kontrolle) und Kochsalz-Lösungen (Negativ-Kontrolle) mitgetestet. Nach 15-20 Minuten kann der Hautarzt anhand der Reaktion der Haut feststellen, ob eine Sensibilisierung gegen eine bestimmte Pollen-Art vorliegt.
» Pollen aus dem Weg gehen?
Um den Symptomen bei Heuschnupfen vorzubeugen, sollte man dem betreffenden Allergen möglicht aus dem Weg gehen. Bei Pollenallergie können verschiedene Maßnahmen helfen, den Kontakt mit den Allergenen möglichst gering zu halten:
Während der Pollensaison die aktuellen Pollenfluginformationen in Tageszeitungen, Nachrichten und / oder Internet beachten und während der Zeit des stärksten Pollenflugs nicht lüften.
Beim Autofahren Fenster geschlossen halten.
Wäsche nicht im Freien trocknen.
Den Urlaub nach den Pollenflugzeiten in der jeweiligen Urlaubsregion ausrichten.
Das Schlafzimmer zur pollenfreien Zone erklären: z. B. abends Haare waschen, Tageskleidung außerhalb des Schlafzimmers wechseln etc.
Seit wenigen Jahren gibt es Pollenschutzgitter, die wie Fliegengitter vor den Fensterscheiben angebracht werden können und beim Lüften Schutz vor den Allergenen bieten sollen.
» Pollenflug-Kalender
Meist tritt der Heuschnupfen jahreszeitlich begrenzt auf. Während viele Menschen gegen die Pollen früh blühender Baum- und Straucharten, wie zum Beispiel Erle und Haselnuss, allergisch reagieren und im Sommer endlich wieder tief durchatmen können, fängt für andere die Hochsaison des Heuschnupfens dann erst an, zum Beispiel wenn sie auf die Pollen von bestimmten Gräsern reagieren. In dem Blühkalender finden Sie eine Übersicht, zu welcher Zeit im Jahr verschiedene typische „Allergie –Verursacher“ blühen.
» Bei Heuschnupfen frühzeitig behandeln
Heuschnupfen (med. allergische Rhinitis) sollte in jedem Falle ernst genommen und frühzeitig behandelt werden. Der Grund ist Folgender: In Europa sind derzeit bis zu
20 % der Bevölkerung von einer allergischen Rhinitis betroffen, Tendenz steigend. Die allergische Rhinitis kann mit einer Vielzahl von Begleit- und Folgeerkrankungen einhergehen. Zum Beispiel entwickeln etwa 25 % der langjährigen Allergiker im Verlauf der Allergie eine Bronchitis oder Asthma („Etagenwechsel“ der allergischen Symptome auf die unteren Atemwege). Daher wird die allergische Rhinitis von der WHO (World Health Organization) inzwischen als „wesentliche chronische Atemwegserkrankung“ eingestuft. Heute sind sich Mediziner darüber bewusst, dass eine allergische Rhinitis - je nach Schwere der Symptome - auch mit einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität einhergehen kann. Denn sie kann zu Schlaf- und Konzentrationsstörungen und dadurch zu einer stark verminderten Leistungsfähigkeit führen, was durch indirekte Kosten auch gesellschaftliche Auswirkungen hat. Daher berücksichtigen Ärzte bei der Auswahl der Therapie heute vermehrt auch die Schwere der Symptome.
» Kann man Heuschnupfen dauerhaft loswerden?
In der Regel wird sich der Kontakt mit den Pollen nicht vermeiden lassen. Die Symptome der allergischen Reaktion (verstopfte oder laufende Nase, Niesreiz, rote und juckende Augen) können durch Medikamente gelindert werden, die als Antiallergika bezeichnet werden. Antiallergika bekämpfen jedoch nicht die Ursache der Allergie, sondern unterdrücken nur die Symptome.
Zur Anwendung in der Nase stehen Nasensprays mit verschiedenen Wirkstoffen zur Verfügung:
Glukokortikoide wirken antiallergisch und entzündungshemmend und führen zu einer Abschwellung der Nasenschleimhäute. Nasensprays mit diesen Wirkstoffen sind verschreibungspflichtig.
Antihistaminika (Histamin-H1-Rezeptorblocker) wirken antiallergisch, indem sie verhindern, dass Histamin im Organismus seine Wirkung entfaltet.
Mastzellstabilisatoren wirken antiallergisch, indem sie die Ausschüttung von Botenstoffen wie Histamin hemmen. Cromoglicinsäure kann vorbeugend in Form von Nasensprays und Augentropfen eingesetzt werden
Bei mäßiger bis schwerer Ausprägung der Symptome werden neben der Anwendung von antiallergischen Nasensprays häufig auch Antihistaminika in Form von Tabletten oder auch Sirup verordnet. Sie haben den Vorteil, dass sie nicht nur die allergischen Symptome in der Nase bekämpfen, sondern u. a. auch Augensymptome vermindern. Während die ersten Vertreter dieser Wirkstoffklasse noch zu Müdigkeit führten, ist das bei den neuen Substanzen (z. B. Ebastin, Desloratadin) nicht mehr oder nur noch sehr selten der Fall.
Bei Patienten, die nur auf wenige bestimmte Pollen-Arten allergisch reagieren, kann der behandelnde Facharzt eine spezifische Immuntherapie (auch als Hyposensibilisierung bezeichnet) durchführen. Hierbei wird das Immunsystem in kleinen Schritten an die Substanzen, auf die es überreagiert (Allergene), gewöhnt. Mit dieser Therapie lassen sich 80-90% der pollenbedingten Allergien erfolgreich behandeln. Der Hyposensibilisierung kommt eine besonders große Bedeutung zu. Denn es ist die einzige Behandlungsmöglichkeit, die nicht die Symptome, sondern die Ursache angeht. Ihr wird auch ein vorbeugender Effekt zugesprochen.
Bei dauerhaften Veränderungen der Nasenschleimhaut können auch operative Eingriffe sinnvoll sein.
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| Medizinstudium – Operation Bachelor – oder die Angst vor dem Discount-Arzt |
Medizinstudium – Operation Bachelor – oder die Angst vor dem Discount-Arzt
Klinik oder Praxis, junger Assistenzarzt oder erfahrener Spezialist – auf eines können sich die Patienten in Deutschland immer verlassen: Jeder Arzt hat eine lange und gründliche Ausbildung hinter sich. Zumindest war das bisher so. Einige private Universitäten wollen das Medizinstudium jetzt völlig reformieren und verkürzen. Die Ärztekammern warnen vor der Schnellausbildung und sehen schon den „Arzt light“ in der Patientenversorgung.
Lang und steinig ist der Weg vom Abiturienten bis zum fertigen Arzt. Durchschnittlich 13 Semester muss ein Nachwuchsmediziner in Deutschland die Uni-Bank drücken und steht dann erst am Anfang seiner Fachausbildung. Das traditionelle Medizinstudium gilt als anspruchsvoll – genießt aber international einen guten Ruf. Während die Unis andere Studienfächer fast schon im Jahrestakt umorganisieren und reformieren, blieb die Medizin bislang weitgehend unangetastet.
Doch die alten Fundamente wackeln: Der Wissenschaftsrat – das wichtigste wissenschaftspolitische Beratungsgremium der Republik – hat im November überraschend ein Studienmodell mit neuartigen Bachelor- und Masterabschlüssen der Partneruniversitäten Oldenburg und Groningen abgesegnet. Rückendeckung erhalten die Unis dabei von Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister: „Niedersachsen geht neue Wege in der Medizinerausbildung. Dieser Studiengang ist in Deutschland und Europa einzigartig“, jubelte er nach der Entscheidung.
Die Pläne im Einzelnen: 40 Studenten sollen in der deutsch-niederländischen „European Medical School (EMS)“ schon in wenigen Monaten den Anfang machen. Sie absolvieren jeweils ein Drittel des Studiums in Oldenburg und in Groningen. Nach drei Jahren haben die Studenten schon die erste Stufe der Ausbildung erreicht: den Bachelorabschluss. Ärzte sind sie damit jedoch noch nicht. „Der Bachelorabschluss in Groningen nach sechs Semestern qualifiziert die Studierenden außerhalb des Arztberufes in allen Bereichen des Gesundheitswesens“, heißt es dazu in den Pressemitteilungen. Mit anderen Worten: Was die Studenten mit dem Bachelorabschluss nach drei Jahren in Deutschland machen können, ist den Initiatoren selbst noch nicht ganz klar. Für die Arbeiten einer Arzthelferin wären sie überqualifiziert – für die Patientenbehandlung nicht gut genug ausgebildet.
Wer dann jedoch den dreijährigen Masterstudiengang Humanmedizin anhängt, erlangt den niederländischen „Master in Geneeskunde“ oder kann das Studium mit dem deutschen Staatsexamen abschließen. Dann ist der Weg in Klinik oder Praxis frei: Durch diese Abschlüsse erhalten die Absolventen die ärztliche Approbation in Deutschland oder die entsprechende Qualifikation in den Niederlanden.
Kräftigen Rückenwind erhält das Projekt von Politikern wie Jens Spahn, dem gesundheitspolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Er prophezeit durch die neue Ausbildung sogar schon das Ende des Ärztemangels: „Schneller, billiger und bedarfsgerechter“ müssten Ärzte ausgebildet werden. Das könne ein neuartiges System leisten. Das bisherige Medizinstudium sei mit Abstand das teuerste. Daher dürfe man wohl auch mal hinterfragen, „ob die Gesellschaft damit auch das bekommt, was sie braucht“.
Der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Jörg-Dietrich Hoppe, schlägt dagegen die Hände über dem Kopf zusammen. Seine Befürchtung: Die Studenten werden über kurz oder lang schon nach dem ersten Abschluss, dem Bachelor, in die Patientenversorgung gedrückt. „Gerade in Zeiten des Ärztemangels brauchen wir aber mehr denn je gut ausgebildete Mediziner. Absolventen eines drei- bis vierjährigen Bachelor-Medizinstudiums würden dem Arbeitsmarkt zwar als vergleichsweise billige Mediziner zur Verfügung stehen, die Versorgungsqualität der Bürger würde aber erheblich reduziert und die Probleme in der Patientenversorgung um ein Vielfaches erhöht.“ Den hohen Qualitätsstandard, den die Gesellschaft zu Recht vom Studium der Medizin erwarte, könne eine „Schnellausbildung zum Bachelor-Arzt“ nicht erreichen. Das hochwertige Medizinstudium mit dem Abschluss Staatsexamen müsse deshalb erhalten bleiben. „Unterhalb des Status der ärztlichen Approbation darf es keine Arztzulassung geben, auch und gerade nicht in Zeiten des Ärztemangels.“
Der Präsident der Landesärztekammer Hessen, Dr. Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach, drückt es noch drastischer aus: „Damit könnten Tür und Tor für den ,Arzt light‘ geöffnet sein.“ Vielen Politikern käme eine Ärzte-Schnellausbildung gerade recht, um sich in ihrem Bundesland das Problem Ärztemangel vom Hals zu schaffe. „Doch dieser Spareffekt geht nach hinten los, denn die Versorgungsqualität der Patienten würde sich deutlich verschlechtern“, warnt der Arzt. „Wir können uns in unserem Gesundheitssystem, das zu Recht noch immer als eines der besten weltweit gilt, keine im Schnellverfahren ausgebildeten Ärzte leisten.“
Das gelte auch für den neuen Beruf des sogenannten – irgendwo zwischen Arzt und Pflegepersonal angesiedelten – „Arztassistenten“, den die Duale Hochschule Baden-Württemberg in Karlsruhe seit Oktober 2010 als Bachelorstudiengang anbiete.
Von Knoblauch zu Hatzbach bezeichnete den Studiengang als „überflüssig und gefährlich zugleich“, denn ein Teil der Aufgaben, die man diesem „Arztassistenten“ zuordnen will, werde bereits von anderen Gesundheitsberufen abgedeckt. Andere, rein ärztliche
Tätigkeiten setzten die Ausbildung, Weiterbildung und Erfahrung eines
Arztes voraus. Ein unsinniger Verdrängungswettbewerb drohe.
„Unsere Patienten sollen auch künftig einen Anspruch auf eine qualitativ hochwertige ärztliche Versorgung haben“, bekräftigte von Knoblauch zu Hatzbach. „Daher fordern wir: Das einheitliche und hochwertige Medizinstudium mit dem Abschluss Staatsexamen muss erhalten bleiben.“
Ob die Warnungen der Mediziner bei Politik und Universitäten auf Gehör stoßen, bleibt abzuwarten. Kommt kein Protest, sollen schon zum Wintersemester 2011/2012 die ersten Studenten an der Oldenburger Uni mit der Bachelor- und Masterausbildung beginnen.
Quelle:www.durchblick-gesundheit.de |
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| Rosacea: Wenn die Winterkälte erröten lässt |
Die Temperaturen sinken, der Wind bläst kalt ins Gesicht,
die Heizungen laufen auf vollen Touren: Für Menschen mit Rosacea wird
es im Winter besonders ungemütlich. Die durch das Wetter ausgelösten
Hautreizungen und der Temperaturwechsel zwischen kalt und warm
führen bei vielen Patienten zum so genannten ‚Flush‘, einer als unangenehm
empfundenen Gesichtsrötung.
Die Rosacea ist eine weit verbreitete, akneähnliche Hauterkrankung des Gesichts.
Bis zu zehn Prozent der Bevölkerung sind betroffen, beziffert Dr. Michael
Haufs, wobei etwas mehr Frauen als Männer betroffen seien, sie aber
manchmal einen weniger schweren Verlauf der Erkrankung erfahren. „Wird die
Rosacea nicht dermatologisch behandelt, so bleibt es unter Umständen nicht
bei einer Rötung der Gesichtshaut, sondern die Krankheit führt dann möglicherweise
auch zu entzündlichen Pusteln“, beschreibt der in Schüttorf niedergelassene
Hautarzt den möglichen Krankheitsverlauf und rät zu einer frühzeitigen
Konsultation eines Dermatologen, falls jemand eine solche mit schmerzhaftem
Kribbeln oder Brennen einhergehende plötzliche Gesichtsrötung erfährt.
Die Krankheit trete oft erst nach dem 40. Lebensjahr auf und werde von
nicht dermatologisch ausgebildeten Ärzten auch schon mal für eine Akne gehalten.
„Fälschlicherweise wird die Rosacea manchmal als Akne des höheren Lebensalters
bezeichnet. Die Ursache der entzündlichen Hauterkrankung ist jedoch
wissenschaftlich nicht hinreichend geklärt, man geht neben einer genetischen
Veranlagung von einem multifaktoriellem Geschehen aus“, so Haufs.
So vielfältig wie die in der Wissenschaft diskutierten Ursachen für die Krankheit sind, so zahlreich sind die Triggerfaktoren, also die Umstände, die einen neuen Krankheitsschub auslösen können:
Neben Stress, scharfen Gewürzen, Alkohol, körperlicher Anstrengung und UVStrahlung sind es besonders Temperaturschwankungen, die den Flush auslösen und dementsprechend vermieden werden sollten. „Kälte- oder Hitzereize Verursachen über die Weitstellung der oberen kleinen Äderchen in der Haut die Rötung“, erklärt Haufs das Geschehen. Es könne aber nicht der medizinischen Weisheit
letzter Schluss sein, bei Absinken der Temperaturen nicht mehr das Haus zu
verlassen, um einen möglichen Flush zu vermeiden. Aufgrund der Empfindlichkeit
der Haut rät der Dermatologe nicht nur im Sommer, sondern auch bei
Spaziergängen in klarem, sonnigen Winterwetter, zu einem konsequenten UVSchutz
mit einer Creme von mindestens Lichtschutzfaktor 20.
„Von Rosacea Betroffene sollten eine Creme mit einem physikalischen Lichtschutz
verwenden, etwa mit Zink- oder Titanoxyd. Diese werden von den Patienten
oft besser vertragen als die chemischen oder organischen Filter“, empfiehlt
Haufs.
„Wichtig ist ein ausführliches Patientengespräch, in dem der oder die Betroffene
über die Krankheit, ihren möglichen Verlauf, die Therapiemöglichkeiten
und die Vermeidung der Triggerfaktoren aufgeklärt wird“, so Haufs.
Der Verlauf der Rosacea ist chronisch-progredient - das heißt, die Erkrankung
bleibt und ihre Symptome können ohne medizinische Intervention zunehmen.
Die Krankheit ist therapeutisch aber so gut zu beeinflussen, dass man Im besten
Falle von Symptomfreiheit sprechen kann. Dafür gibt es je nach Ausprägung
der Rosacea lokale Medikamente in Form eines Gels, einer Creme oder Lotion, oder Arzneimittel zur innerlichen Anwendung in Kapselform beispielsweise mit niedrig dosiertem Doxycyclin gegen die Entzündung. Zusätzlich kann der Hautarzt oftmals auch mit Laserbehandlungen helfen.
Quelle: Berufsverband der Dermatologen, www.derminform.de 12.2010
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| Volkskrankheit weißer Hautkrebs - die unterschätzte Gefahr |
Das Thema Hautkrebs hat mittlerweile einen hohen Bekanntheitsgrad in der Bevölkerung. Bekannt und gefürchtet ist vor allem der schwarze Hautkrebs. Deutlich häufiger tritt jedoch der so genannte weiße Hautkrebs auf. Mehr als 100.000 Menschen erkranken in Deutschland jährlich an weißem Hautkrebs – bei schwarzem Hautkrebs liegt die Zahl der Neuerkrankungen bei ca. 16.000.
Weißer Hautkrebs ist die Folge einer chronischen Lichtschädigung der Haut. Das UV-Licht der Sonne schädigt die Hautzellen und führt dort zu Veränderungen am Erbmaterial (DNA) im Zellkern. In Bereichen der Haut, die im Laufe des Lebens häufig ungeschützt der Sonne ausgesetzt sind, wie Hände, Unterarme, der Kopf oder das Dekolleté, summieren sich diese Schäden am stärksten und können schließlich vom Körper nicht mehr vollständig repariert werden. Die veränderten Hautzellen vermehren sich und es kommt zu einer Verdickung der Hornschicht. Auf diese Weise kann neben Falten und Altersflecken über die Jahrzehnte auch heller Hautkrebs entstehen.
Insbesondere chronische UV-Bestrahlung über Jahre und Jahrzehnte erhöht also das Risiko, an hellem Hautkrebs zu erkranken.
Im Frühstadium erkannt, sind die Behandlungschancen bei weißem Hautkrebs sehr gut. Experten empfehlen deshalb, regelmäßig ein Hautkrebs-Screening beim Hautarzt wahrzunehmen.
Quelle: www.hautstadt.de
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| Herr Minister Rösler: Stoppen Sie die elektronische Gesundheits |
Unterschriftenaktion: Offener Brief an Minister Rösler
Herr Minister Rösler: Sparen Sie 14 Milliarden auf einen Schlag – stoppen Sie die überflüssige elektronische Gesundheitskarte!
Im Gesundheitswesen fehlt Geld. Viel Geld. Es droht ein Milliardendefizit in 2011, täglich dringen neue Sparvorschläge an die Öffentlichkeit. Doch eine sehr nahe liegende und sinnvolle Sparmöglichkeit wird bisher nicht in Betracht gezogen.
Die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte ist gegen den erklärten Beschluss des Deutschen Ärztetages 2010 geplant. Noch in dieser Woche soll auf Antrag von CDU und FDP ein Gesetz erlassen werden, welches die Arzt- und Zahnarztpraxen in Außenstellen der Kassen verwandelt. Künftig sollen die Praxen die „Identitäten“ der Patienten über ein zentrales Datennetz prüfen und nur nach erfolgter zeitintensiver Prüfung und Rückmeldung Patienten behandeln dürfen.
Falls die Rückmeldung negativ ist, müssen die Kranken finanziell sofort Vorkasse leisten. Egal, ob der Grund der negativen Rückmeldung zutreffend, nicht zutreffend oder einfach im Nichtfunktionieren des riesigen Datennetzes begründet ist.
Nach der Einführung der unsinnigen Praxisgebühr ist dies ein weiterer Schritt um die Arztpraxen mit Bürokratie zu belasten und die Patienten zu langen Wartezeiten zu zwingen. In den großen Gebieten unseres Landes ohne schnelle DSL-Leitungen wird eine rasche ärztliche Versorgung bei online Antwortzeiten von bis zu 20 Minuten pro Patientenkarte unmöglich gemacht.
Sensible Daten wie die Teilnahme an „Chronikerprogrammen“ Brustkrebs oder Diabetes gehören auch zu den „Versichertenstammdaten“ und sollen im Rahmen der geplanten Datenkontrolle in zentralen Rechneranlagen gespeichert werden. Arzt- und Zahnarztpraxen sind aber keine „Patientenkontrollstellen“. Kranke müssen unbürokratisch behandelt werden können. Das Management der Versichertendaten ist originäre Aufgabe der Krankenkassen.
Der geplante bürokratische Akt ist nur der erste große Schritt zur Einführung der elektronischen Gesundheitskarte, die von vier Ärztetagen und einer großen Zahl von Patientenverbänden und Bürgerrechtsorganisationen abgelehnt wird. Schon jetzt sind bei gescheiterten e- Card Tests 1,5 Milliarden Euro Versichertengelder verschwendet worden.
Die Unterzeichnenden fordern Minister Rösler auf, die Gesetzesregelung zur verpflichtenden Online Anbindung aller Arzt- und Zahnarztpraxen zu stoppen. Wir fordern die Abgeordneten des Deutschen Bundestages auf, dieser Einführung der e-Card „durch die Hintertür“ nicht zuzustimmen.
Dr. Klaus Bittmann, Vorsitzender Ärztegenossenschaft Schleswig-Holstein
Dr. Klaus Bogner, Stellv. Vorsitzender NAV- Virchowbund, Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands
Dr. Ilka Enger, Vorsitzende Bayerischer Facharztverband (BFAV)
Martin Grauduszus, Präsident der Freien Ärzteschaft e.V.
Dr. Dirk Heinrich, Bundesvorsitzender Berufsverband HNO Ärzte
Dr. Bernd Hontschik, Vorstand Uexküll Akademie
Dr. Wolfgang Hoppenthaller, Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes
Matthias Jochheim, IPPNW: Stellvertretender Vorsitzender der deutschen IPPNW-Sektion/Ärzte in sozialer Verantwortung
Gudrun Kemper, Breast Cancer Action Germany
Reiner Krauße, Deutsche Parkinson Vereinigung Steinfurt
Dr. Karl- Heinz Sundmacher, Bundesvorsitzender Freier Verband Deutscher Zahnärzte (FVDZ)
Dr. Elke Steven, Komitee für Grundrechte und Demokratie
Kai-Uwe Steffens, Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung
Dr. Gabriela Stammer, Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte e.V. (GAÄD)
Gabi Thiess, Selbsthilfe Fibromyalgie
Dr. Silke Lüder, Sprecherin der Aktion „Stoppt die e- Card“
Die Aktion „Stoppt die e- Card“ wird getragen von der „Freien Ärzteschaft“, IPPNW, „Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung“, Chaos Computer Club, NAV Virchowbund, Deutsche AIDS- Hilfe, Bundesarbeitsgemeinschaft PatientInnenstellen (BAGP) und 40 weiteren Organisationen.
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| Nagelpilz? Besser gleich zum Hautarzt |
Bei Hinweisen auf Nagelpilz rasch zum Hautarzt
Milchige Eintrübungen oder gelbliche Verfärbungen an einem Finger- oder Fußnagel, der seinen perlmuttartigen Glanz verloren hat, das sind erste Alarmzeichen. Später verdickt sich der Nagel, wird bröselig und zersplittert, so dass weitere Nägel befallen werden. Wer den Verdacht hat, sich mit Nagelpilz infiziert zu haben, sollte rasch den Hautarzt aufsuchen. Denn grundsätzlich gilt: Je früher die Therapie beginnt, desto besser sind die Erfolgsaussichten. Geht man erst spät, dauert die Behandlung deutlich länger. Sie ist ohnehin langwieriger als bei anderen Infektionskrankheiten, denn Pilzinfektionen können sehr hartnäckig sein. Dennoch gibt es wirksame Behandlungsmöglichkeiten.
Der Hautarzt nimmt zunächst eine Nagelprobe, was für den Patienten völlig schmerzfrei ist. Er kann auf diese Weise umgehend aufklären, ob sich ein Pilz im Nagel eingenistet hat. Um festzustellen, welcher es ist, legt der Hautarzt im Labor noch eine Probe in eine Kulturschale. So kann zudem ausgeschlossen werden, dass hinter den Symptomen andere Erkrankungen stecken.
Der erste Schritt der Therapie ist das Entfernen der zerstörten Nagelanteile mittels Feile, Creme oder Laser, um das vom Pilz durchzogene Gewebe abzulösen. Anti-Pilz-Lacke und -Tinkturen ziehen so außerdem besser in den Nagel ein. Ist auch das Nagelbett betroffen, wird der Dermatologe zusätzlich ein Antimykotikum, also ein Antipilzmittel, in Tablettenform verschreiben. Bei rein äußerlicher Therapie läuft der Patient sonst Gefahr, dass immer wieder neues befallenes Material nachwächst. Die Behandlung kann bis zu einem Jahr dauern und erfordert eine gute Mitarbeit vom Patienten.
Sportler und Diabetiker haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Nagelpilzerkrankungen. Um Nagelpilzinfektionen vorzubeugen, ist es wichtig, auf eine gute Pflege der Hände und Füße zu achten. Diese sollten immer sorgfältig abgetrocknet werden, insbesondere in Schwimmbädern und Gemeinschaftsduschen. Die Füße sind zudem dankbar für atmungsaktive Schuhe und Strümpfe.
Quelle: Redaktion hautstadt
In unserer Spezialsprechstunde für Nagelerkrankungen stehen Ihnen modernste Diagnostik- und Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Scheuen Sie sich nicht, auch beim geringsten Verdacht einen Hautarzt Ihres Vertrauens aufzusuchen. |
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| Akne: richtig handeln bei Pickel-Alarm |
Akne:
Richtig handeln bei Pickel-Alarm
In der Pubertät haben Jugendliche oft mit Hautproblemen zu kämpfen. Nicht alle Behandlungsmethoden helfen
Als ob man zwischen 12 und 18 Jahren nicht schon genug andere Probleme an der Backe hätte! Doch gerade in dieser kritischen Entwicklungsphase spielt auch noch die Haut verrückt. Der Umbruch vom Kindsein zum Erwachsenwerden steht etwa 60 bis 80 Prozent aller Jugendlichen ins Gesicht geschrieben – in Form punktförmiger schwarzer Mitesser und dicker roter Pickel.
Dass die Haut so unschön „erblüht“, geht auf das Zusammenwirken mehrerer Faktoren zurück. Einer davon ist die gesteigerte Produktion von Geschlechtshormonen, welche die Aktivität der Talgdrüsen anregen. „In erster Linie sind dafür Androgene, also männliche
Geschlechtshormone, verantwortlich – auch bei den Mädchen“, erklärt Dr. Carolin von Bormann-Altmeyer, Fachärztin für Dermatologie in Bochum und Mitarbeiterin in der Akne- Sprechstunde des Universitätsklinikums. Der verstärkt produzierte Talg sammelt sich fettig glänzend auf der Hautoberfläche.
Eine weitere Ursache ist eine Verhornungsstörung: An den Ausgängen der Talgdrüsenbläschen (Follikel) lagern sich vermehrt Hornzellen an, sodass die feinen Ausführungskanäle verstopfen. „Auch die kleinen Vellushaare, die normalerweise aus dem Follikel herauswachsen, verhaken sich darin“, ergänzt Dr. Andreas Kist, Facharzt für Dermatologie in Ettlingen. Der größer werdende Hornzellpfropf wird schließlich als Mitesser sichtbar. Hat dieser sich nach außen hin bereits geöffnet und mit Sauerstoff reagiert, zeigt er sich als schwarzer Punkt („Komedo“). Liegt er noch abgekapselt unter der Haut, wird er als „Milie“ bezeichnet.
Bakterien haben leichtes Spiel
Eigentlich harmlose Bakterien, die auf der Hautoberfläche leben, fühlen sich in der angestauten Fett-Zell-Haar-Verbindung eines Mitessers besonders wohl. „Diese Bakterien leben von den Fetten und ernähren sich davon“, sagt von Bormann-Altmeyer. Dabei produzieren sie Stoffe, die zu einer Entzündung der Talgdrüse führen und die Follikelwand schädigen. Die Talgdrüse platzt in das Hautgewebe, gerötete oder mit Eiter gefüllte Wölbungen entstehen – sogenannte Papeln und Pusteln.
Am stärksten von Pickeln besiedelt ist im Gesicht meist die „T-Zone“ – „also Stirn, Nase, Kinn, weil dort die meisten Talgdrüsen sitzen“, sagt die Hautärztin. Eine besonders schwere Form ist die Acne conglobata, bei der sich tief sitzende, entzündete Knoten und Fistelgänge bilden. Sie gehört dauerhaft in fachärztliche Behandlung, sonst kommt es zu entstellenden Narben.
Schonend reinigen und pflegen
Die Therapie hängt generell vom Schweregrad ab. Bei leichter Akne ohne ständig vorhandene Pusteln und Papeln verbessert häufig schon eine konsequente Reinigung und Pflege mit geeigneten Produkten das Hautbild: Seifenfreie Syndets und Lotionen aus der Apotheke befreien die Haut von überschüssigem Talg, sodass der äußerliche Nährboden für Entzündungsprozesse verschwindet. Fettfreie Fluids oder Cremes – auch mit antibakteriellen Zusätzen – mattieren den Teint.
„Mit einer milden Reinigung und Pflege lässt sich der Zustand der Akne-Haut deutlich stabilisieren. Die krankhaften Hautveränderungen werden dadurch allerdings nicht beeinflusst“, schränkt Experte Andreas Kist ein.
Medikamente bei schwerer Form
Bei ausgeprägter Akne ist der Hautarzt gefragt. Treten Papeln und Pusteln verstärkt auf, sollte die Akne medikamentös behandelt werden. Äußerlich angewandte Schälmittel wie Benzoylperoxid oder die rezeptpflichtigen Wirkstoffe Azelainsäure und Vitamin-A-Säure (Tretinoin) lösen die Hornpfropfe an den Talgdrüsenausgängen und normalisieren hauterneuernde Prozesse. Benzoylperoxid und Azelainsäure wirken antibakteriell. Lokal auf gebrachte Antibiotika töten ergänzend die Bakterien ab, die entzündliche Vorgänge in Gang bringen.
Bei schlimmer Akne verordnet der Hautarzt Präparate zur innerlichen Anwendung, z. B. Antibiotika wie Minozyklin und Tetrazyklin. Isotretinoin, ein Abkömmling der Vitamin-A-Säure, der die Talgdrüsen dauerhaft verkleinert, hilft bei schweren Formen wie der Acne conglobata.
Auch die Pille kann helfen
Die Medikamente sind in der Regel gut verträglich. Dennoch muss der Arzt die Einnahme wegen möglicher Nebenwirkungen regelmäßig kontrollieren. Antibiotika können phototoxische Reaktionen hervorrufen oder Pigmentablagerungen in Zähnen und Haut fördern. Isotretinoin reizt eventuell die Haut. Weil es stark fruchtschädigend wirkt, muss eine Empfängnis sicher ausgeschlossen sein (gegebenenfalls sind regelmäßige Schwangerschaftstests Pflicht).
Junge Frauen, die mit der Pille verhüten, können Akne möglicherweise mit der Umstellung auf ein anderes Präparat beeinflussen: „Pillen mit antiandrogenen Wirkstoffen wie Cyproteronacetat und einem höheren Östrogenanteil wirken positiv auf die Akne“, weiß Carolin von Bormann-Altmeyer. Gestagenhaltige Präparate hingegen können die Bildung von Pusteln und Papeln sogar fördern.
Ausdrücken birgt Risiken
Pickel und Mitesser zu entfernen ist eine gefährliche Angelegenheit. „Durch nicht fachgerechtes Drücken gelangen sehr schnell Eiterbakterien in die Tiefe und verteilen sich in das umliegende Gewebe. Dadurch kann sich ein Abszess bilden“, warnt die Hautärztin Carolin von Bormann-Altmeyer. Selbsthilfe-Maßnahmen beeinflussen eine Akne selten günstig.
Auch eine Umstellung der Ernährung verbessert das Hautbild nur unwesentlich. Umgekehrt blüht eine Akne auch nicht durch den Verzehr von Süßigkeiten auf. Dermatologin von Bormann-Altmeyer: „Das ist definitiv ein Ammenmärchen.“
Tipps zur Hautpflege
- Bei schwerer Akne sollten die Pusteln auf jeden Fall von einem Hautarzt oder einer Kosmetikerin entfernt werden. Wird der Pickel beim Drücken in das Gewebe gequetscht, droht sogar Narbenbildung.
- Zum Abtrocknen des Gesichts nach der Reinigung keine Handtücher, sondern Kosmetiktücher verwenden.
- Das Gesicht immer nur trocken tupfen, auf keinen Fall reiben.
- Keine Peelings mit groben Partikeln verwenden. Sie verletzen möglicherweise die gesunden Hautbereiche.
- Junge Frauen mit Akne sollten zum Schminken nur fett-/ölfreies Make-up („nicht komedogen“) benutzen. Einzelne Pickel am besten mit einem Abdeckstift kaschieren.
- Junge Männer sollten beim Rasieren darauf achten, die Pickel nicht zu verletzen. Die Klingen häufig wechseln und die Scherköpfe eines Elektrorasierers nach jeder Rasur gründlich säubern.
Apotheken Umschau, 07.02.08
Gerne stehen mein Team und ich Ihnen zur Verfügung, wenn es darum geht, Ihre Pickel in den Griff zu bekommen.
Ihr
Dr. med. Andreas Kist
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| Gesundheitskarte - E-Card-Chaos: Österreich macht’s vor |
Österreich: groß beim Datensammeln, klein beim Datenschutz
Eine Fehlermeldung erscheint auf dem Bildschirm, als Christian Euler gerade einen Patienten behandelt. Er ist Chef des Österreichischen Hausärzteverbandes und kennt die Mühen, Fehler und Pannen der Gesundheitskarte aus eigener Erfahrung. Er schaltet sein Kartenlesegerät an und aus, ruft bei der Hotline an und erfährt: Das ganze System ist mal wieder für ein paar Stunden ausgefallen und so lange kann er keine Leistungen abrechnen.
Das Versagen der Technik ist jedoch das geringste Problem. Seit drei Jahren sammelt Euler all die Probleme und den Frust in seinem „e-Card-Tagebuch“ im Internet. Dort kann sich jeder einen Eindruck verschaffen, wie es in einem Überwachungsstaat zugehen muss. „Die Person hinter der Nummer interessiert die Politik nicht mehr“, seufzt Euler. Einmal kam eine verwitwete Frau, die sich lange um ihren Mann gekümmert hatte und nun kurz nach seinem Ableben selbst medizinische Hilfe benötigte. Doch beim Einlesen der Karte wies diese sie als nicht mehr versichert aus: Sie war bei ihrem Mann mitversichert gewesen und die Verwaltung hatte sich auch nach Wochen nicht um die Änderung gekümmert. Tragisch, dass der Arzt gerade sie nicht behandeln durfte. „Das sind keine Einzelpannen. Ein System, das ausschließlich der Bürokratie dient, kann auf einzelne Menschen keine Rücksicht nehmen“, stellt Euler fest.
Lachender Dritter ist die Verwaltung: Für sie sind die Patienten durchsichtig wie Glas. „Sie müssen sich das vorstellen wie bei Google“, erklärt Euler. „Sie geben die Nummer ein und finden alle Gesundheitsanbieter, bei denen der Patient jemals war, alles, was er für Leiden hatte und was er geschluckt hat.“ Denn wann immer ein Arzt oder Apotheker die Karte ins Lesegerät steckt, fließen Name, Datum, Name des Arztes oder Apothekers und der Anlass des Besuchs durch die Kabel. Seine Daten hält nicht der Patient in der Hand, stattdessen sind sie säuberlich auf den Zentralspeichern geparkt.
Die Karte enthält nur Name, Titel und Versicherungsnummer des Versicherten und dient als Schlüssel zu den Speichern. Was viele nicht wissen: Ganz ähnlich ist es auch in Deutschland geplant. In Österreich sollen die Patienten bald sogar Befundberichte und Medikation hergeben und in einer Gesundheitsakte ablegen. Wer Einsicht erhält und wie weit dessen Blick reicht, bestimmen die Politiker.
„Die Sozialversicherungsnummer ist der Name des ‚statistischen Menschen‘“, beobachtet Euler. Er erinnert sich noch gut, wie er eines morgens Radio hörte und seinen Ohren nicht trauen wollte: Sogar österreichische Schülerdaten, Noten, Nachprüfungen, Nachhilfe und Betragen sollen gekoppelt mit der Sozialversicherungsnummer an Statistik Austria gemeldet und 60 Jahre gespeichert werden. „Zugriffsberechtigt auf diesen Datenschatz sind neben der Schulbehörde und dem Gesundheitsministerium auch Bürgermeister. Das ganze heißt ‚Bildungsdokumentation‘.“ Von seiner Tochter weiß er, dass sie sich ohne e-Card nicht einmal an der Universität einschreiben kann.
Auch Konzerne könnten bald Patienten auf Profitgelegenheiten durchleuchten, warnt Euler. Der Chaos Computer Club befürchtet, dass genau dies in Deutschland passieren wird. „Es dürfte für einen Unfallpatienten nicht angenehm sein, in seinem Briefkasten ein Angebot über günstige Hüften zu finden“, prophezeite der Sprecher Dirk Engling. Schlimmer noch sei es, wenn Unternehmen bei Einstellungsgesprächen vorher die Leiden der Bewerber ermitteln, um nur die Gesündesten anstellen zu können, warnt Gaby Thiess von einer Patientenselbsthilfegruppe. „Der Schweigepflicht meines Arztes kann ich trauen, der Datenbank nicht.“
Die Karte ist zu nichts anderem gut, als die Ärzte und Patienten zu kontrollieren, ist sich Euler sicher: Die Lesegeräte wirken wie Stechuhren. Jedes Mal, wenn der Patient seine Karte hineingesteckt und sich ins Wartezimmer gesetzt hat, weiß die Krankenkasse von dem Besuch – noch vor dem Arzt. „Das Ganze ist ein Gesetzestrick von Bürokraten, um die alleinige und unbegrenzte Macht über das Gesundheitssystem zu erhalten“, schimpft er. Es sei schon erstaunlich, wie den Verantwortlichen dieser Coup gelungen sei.
Die Leidtragenden sind Patienten und Ärzte. Die Kassen bezahlen immer weniger Leistungen, die Ärzte sind immer mehr damit beschäftigt, Formulare auszufüllen und Krankheiten zu verwalten, statt sich Zeit für die Patienten nehmen zu können. „Der Grund ist ein permanentes Misstrauen der Politik, dass die Patienten sich zu viel behandeln lassen und die Ärzte zu teuer arbeiten“, klagt Euler.
Ein weiteres Instrument der Kontrolle ist die Bewilligung von Rezepten in Echtzeit durch die Kassen, die es in Österreich schon für einige Medikamente gibt. Will Euler beispielsweise einem Diabetespatienten Glitazon verordnen, entscheidet sofort ein kontrollierender angestellter Arzt bei der Kasse am anderen Ende der Leitung, ob der Patient es bekommen darf. Dabei hat er den Patienten nie gesehen. „Dahinter steckt nichts als Misstrauen gegenüber mir als dem behandelnden Arzt“, sagt Euler. Mit Sorge sieht er, dass auch Deutschland sich in diese Richtung entwickelt. Ob die Deutschen wohl wissen, dass die elektronische Gesundheitskarte nur der Anfang ist?
Quelle: www.durchblick-gesundheit.de
Do, 28.08.2008 16:52 / Nils Franke / Mai 2008
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