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  Haarausfall bei Frauen


Die Chance, Haarausfall in den Griff zu bekommen

Sehr geehrte Patientin,

viele Frauen haben Erfahrung mit Haarausfall. Und alle kennen das Gefühl von Verzweiflung und Ratlosigkeit, das damit verbunden ist. Aber Haarausfall ist kein Schicksal. Sie können etwas dagegen tun.
Es ist heute möglich, dem Haarausfall entgegenzuwirken. Sprechen Sie mit Ihrem Hautarzt. Er kann Sie beraten und Ihnen eine geeignete Lösung vorschlagen.


Das Haar

Wie lange lebt ein Haar?
Die Lebensdauer eines Haares beträgt einige Jahre. 2-6 Jahre wächst es monatlich 12 bis 25 Millimeter. Nach der Wachstumsphase ruht der Follikel 2-6 Monate und fällt schließlich aus. Ein neues Haar beginnt zu wachsen. Pro Tag verliert man normalerweise zwischen 40 und 100 Haare.

Haben alle Menschen gleich viele Haare?
Zwischen Haarfarbe und Anzahl der Haare besteht ein Zusammenhang: Blonde haben im Allgemeinen feineres Haar, dafür aber mehr Haare (ca. 140.000), bei Brünetten sind es etwa 100.000, bei Rothaarigen 85.000. Vererbt wird nicht nur die Haarfarbe, sondern auch die Struktur, also ob Sie glattes, welliges, lockiges oder krauses Haar haben.


Die Ursachen von Haarausfall

Warum fallen ausgerechnet bei mir die Haare aus?
Viele Frauen führen ihren übermäßigen Haarausfall auf äußere Gründe zurück, zum Beispiel auf falsche Haarpflege. Meist liegt das Problem jedoch woanders. Ganz selten sind falsche Ernährung, Krankheit, Umweltverschmutzung oder Stress Ursache von Haarausfall. In diesen Fällen ist der Haarausfall oftmals ein vorübergehendes Phänomen, das wieder verschwindet. Das trifft auch zu, wenn es etwa nach einer Geburt verstärkt zu Haarausfall kommt. Was also ist die Ursache von übermäßigem Haarausfall?

Haarausfall, medizinisch spricht man von Alopezie, ist meist erblich. Das heißt, die Anlage dazu wird genauso vererbt wie etwa die Augenfarbe (anlagebedingter Haarausfall = androgenetische Alopezie). 95% der Betroffenen kennen das Problem aus ihrer Familie. Das bedeutet aber nicht, dass man dem Haarausfall hilflos ausgeliefert ist. Es gibt heute wirksame Medikamente, die dem Fortschreiten des Haarausfalls entgegenwirken können.

Was passiert beim anlagebedingten Haarausfall?
Bei der androgenetischen Alopezie verändern sich die Follikel, aus denen die Haare wachsen. Dieser Prozess beginnt bei Frauen etwa ab dem 30. Lebensjahr, individuelle Schwankungen sind jedoch möglich. Die aktive Wachstumsphase des Haares wird dann immer kürzer, die Ruhephase immer länger. Schließlich kommt das Wachstum zum Stillstand, das Haar fällt aus. Weil die Haare immer weniger Zeit zum Wachsen haben, werden sie immer dünner und kürzer. Bald ist der blasse Flaum kaum noch zu erkennen.

Werde ich irgendwann eine Glatze haben?
Haarausfall bei Frauen verläuft in der Regel anders als beim Mann. Bei Frauen werden alle Haare dünner, kahle Stellen und richtige Glatzen sind extrem selten. Auch der Stirnansatz bleibt erhalten.


Die Behandlungsmöglichkeiten

Was kann ich gegen meinen Haarausfall tun?
Auch wenn die Haare ausgefallen sind, bleiben die Haarfollikel, aus denen die Haare wachsen, über mehrere Jahre erhalten. Je früher sie zu neuem Wachstum angeregt werden, desto besser. Es gibt heute Lösungen, die direkt auf die Kopfhaut aufgetragen und regelmäßig angewendet - den Haarwuchs fördern können.

Werden meine Haare wieder so wie früher?
Den vollen Haarschopf, wie Sie ihn vielleicht früher einmal hatten, kann Ihnen eine Behandlung häufig nicht zurückgeben. Ein solches Versprechen wäre unseriös. Es ist aber oftmals möglich, dem Haarausfall entgegenzuwirken und das Wachstum noch vorhandener unpigmentierter Haare wieder in normales Kopfhaar zu fördern.
Es gibt einen Wirkstoff, der die Haarfollikel aktiviert und zur Haarproduktion anregt, ohne in den Hormonhaushalt einzugreifen. Der erste Nachwuchs ist noch fein und blass. Doch allmählich können auch stärkere und pigmentierte Haare wachsen, wie diejenigen, die Sie früher hatten.


Unsere Tipps

Waschen
Waschen Sie Ihr Haar mit einem milden Shampoo so oft Sie wollen. Vom Waschen fallen Ihre Haare nicht aus (auch wenn der Blick auf die vielen Haare im Abfluss diese Vermutung vielleicht nahe legt). Vermeiden Sie alles, was Ihre Haare zusätzlich strapaziert: also kein heftiges Rubbeln, kein zu heißes Wasser und nicht zu heiß fönen.

Ernährung
Was für Ihren Körper gut ist, hilft auch Ihrem Haar. Durch eine gesunde, ausgewogene Ernährung versorgen Sie auch die Haare mit allen notwendigen Proteinen, Vitaminen und Mineralien, die sie zur Entwicklung und Erneuerung brauchen. Essen Sie täglich frisches Obst und Gemüse. Vollkornbrot enthält besonders viel Vitamine und Mineralstoffe. Essen
Sie Kartoffeln, Nudeln, Reis, Hülsenfrüchte (Linsen, Erbsen, Bohnen). Milch, Käse, Fisch und in Maßen Eier und mageres Fleisch runden das Speiseangebot ab. Mit Alkohol und Tabak sollten Sie sparsam sein.

Massieren
Durchblutungsförderndes Bürsten und Kopfmassagen entspannen und geben ein gutes Gefühl.

Stimmung
Versuchen Sie gelassen zu bleiben. Viele Frauen mit Haarausfall sind verunsichert. Sie haben das Gefühl, ihr Haarausfall würde jedem sofort auffallen. Wenn Sie diese Sorge kennen, dann bedenken Sie: Was für Sie beim intensiven Untersuchen vor dem Spiegel ganz offensichtlich erscheint, ist für den flüchtigen Betrachter oft gar nicht zu erkennen. Sicher haben Sie es schon erlebt, dass eine Freundin über einen Pickel oder eine schlecht sitzende Frisur geklagt hat, was Ihnen selbst gar nicht oder nur nebenbei aufgefallen ist.


© Dr. med. Andreas Kist - Hautarzt | Ettlingen, Dezember 2004
Design u. Programmierung: götzinger+komplizen