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  Haarausfall bei Männern


Die Chance, Haarausfall in den Griff zu bekommen

Sehr geehrter Patient,

Haarausfall ist lästig, belastend sind eher die Folgen. Denn wenn die Haare nicht nachwachsen, deutet sich irgendwann eine Glatze an. Auch viele junge Männer sind davon betroffen. Aber Haarausfall ist kein Schicksal. Sie können etwas dagegen tun.
Es ist heute möglich, dem Haarausfall entgegenzuwirken. Sprechen Sie mit Ihrem Hautarzt. Er kann Sie beraten und Ihnen eine geeignete Lösung vorschlagen.


Das Haar

Wie lange lebt ein Haar?
Die Lebensdauer eines Haares beträgt einige Jahre. 2-3 Jahre wächst es monatlich 12 bis 25 Millimeter. Nach der Wachstumsphase ruht es 2-6 Monate und fällt schließlich aus. Ein neues Haar beginnt zu wachsen. Pro Tag verliert man normalerweise zwischen 40 und 100 Haare.

Haben alle Menschen gleich viele Haare?
Zwischen Haarfarbe und Anzahl der Haare besteht ein Zusammenhang: Blonde haben im Allgemeinen feineres Haar, dafür aber mehr Haare (ca. 140.000), bei Brünetten sind es etwa 100.000, bei Rothaarigen 85.000. Vererbt wird nicht nur die Haarfarbe, sondern auch die Struktur, also ob Sie glattes, welliges, lockiges oder krauses Haar haben.


Die Ursachen von Haarausfall

Wann spricht man von Haarausfall?
Die Grenzen zwischen normalem und übermäßigem Haarausfall sind fließend. Es kann durchaus unbedenklich sein, 100 Haare am Tag zu verlieren, wenn sie gleichmäßig über den ganzen Kopf verteilt ausfallen. Konzentriert sich der Haarausfall auf einzelne Bereiche, sollten Sie etwas tun. Je früher, desto besser.
Im Alter schreitet der Haarausfall kontinuierlich fort. Als Faustformel gilt: pro Jahr 1 % Haare weniger. Der Haarausfall startet meist im Bereich der Stirnhöcker und der Scheitelregion. Es kommt zu den bekannten „Geheimratsecken". Im weiteren Verlauf verbinden sich die haar-freien Zonen, sodass allmählich eine Glatze entsteht.

Warum fallen ausgerechnet bei mir die Haare aus?
Haarausfall bei Männern wird nur selten durch Krankheit, Unfälle oder Medikamente ausgelöst. Verantwortlich dafür sind Hormone. Obwohl jeder Mann über diese Hormone verfügt, führen sie nur bei jedem zweiten zu übermäßigem Haarausfall.
Haarausfall, medizinisch spricht man von Alopezie, ist meist erblich. Das heißt, die Anlage dazu wird genauso vererbt wie etwa die Augenfarbe (anlagebedingter Haarausfall = androgenetische Alopezie). 95% der Betroffenen kennen das Problem aus ihrer Familie. Das bedeutet aber nicht, dass man dem Haarausfall hilflos ausgeliefert ist. Es gibt heute wirksame Medikamente, die dem Haarausfall entgegenwirken.

Was passiert beim anlagebedingten Haarausfall?
Bei der androgenetischen Alopezie verändert ein Hormon die Follikel, aus denen die Haare wachsen. Dieser Prozess beginnt bei Männern in der Regel ab dem 25. Lebensjahr, manchmal auch früher. Die aktive Wachstumsphase des Haares wird dann immer kürzer, die Ruhephase immer länger. Schließlich kommt das Wachstum zum Stillstand, das Haar fällt aus. Weil die Haare immer weniger Zeit zum Wachsen haben, werden sie immer dünner und kürzer. Bald ist der blasse Flaum überhaupt nicht mehr zu erkennen.


Die Behandlungsmöglichkeiten

Was kann ich gegen meinen Haarausfall tun?
Auch wenn die Haare ausgefallen sind, bleiben die Haarfollikel, aus denen die Haare wachsen, über mehrere Jahre erhalten. Je früher sie zu neuem Wachstum angeregt werden, desto besser. Es gibt heute Lösungen, die - direkt auf die Kopfhaut aufgetragen und regelmäßig angewendet - den Haarwuchs fördern können.

Werden meine Haare wieder so wie früher?
Den vollen Haarschopf, wie Sie ihn vielleicht früher einmal hatten, kann Ihnen eine Behandlung meist nicht zurückgeben. Ein solches Versprechen wäre unseriös. Es ist aber oftmals möglich, dem Haarausfall entgegenzuwirken, die Haarfollikel zu neuem Leben anzuregen, die Haarstruktur zu verbessern und das Wachstum bestehender Haare zu fördern.
Es gibt einen Wirkstoff, der die Haarfollikel aktiviert und zur Haarproduktion anregt, ohne in den Hormonhaushalt einzugreifen. Der erste Nachwuchs ist noch fein und blass. Doch allmählich entstehen auch stärkere und dunklere Haare, genau wie diejenigen, die Sie früher hatten.


Unsere Tipps

Waschen
Waschen Sie Ihr Haar mit einem milden Shampoo so oft Sie wollen. Vom Waschen fallen Ihre Haare nicht aus (auch wenn der Blick auf die vielen Haare im Abfluss diese Vermutung vielleicht nahe legt). Vermeiden Sie alles, was Ihre Haare zusätzlich strapaziert: also kein heftiges Rubbeln, kein zu heißes Wasser und nicht zu heiß fönen.

Ernährung
Was für Ihren Körper gut ist, hilft auch Ihrem Haar. Durch eine gesunde, ausgewogene Ernährung versorgen Sie auch die Haare mit allen notwendigen Proteinen, Vitaminen und Mineralien, die sie zur Entwicklung und Erneuerung brauchen. Essen Sie täglich frisches Obst und Gemüse. Vollkornbrot enthält besonders viel Vitamine und Mineralstoffe. Essen
Sie Kartoffeln, Nudeln, Reis, Hülsenfrüchte (Linsen, Erbsen, Bohnen). Milch, Käse, Fisch und in Maßen Eier und mageres Fleisch runden das Speiseangebot ab. Mit Alkohol und Tabak sollten Sie sparsam sein.

Massieren
Durchblutungsförderndes Bürsten und Kopfmassagen entspannen und geben ein gutes Gefühl.

Akzeptieren
Versuchen Sie locker zu bleiben. Vielen Männern stehen Glatzen gut. Das sieht man auch daran, dass Männer, die eigentlich genügend Haar haben, aus modischen Gründen stoppelkurze Haarschnitte wählen. Bedenken Sie auch: Sich lichtendes Haar bei Männern ist die Regel - nicht die Ausnahme. Dieses Wissen hilft vielleicht dabei, die Situation zu akzeptieren.


© Dr. med. Andreas Kist - Hautarzt | Ettlingen, Dezember 2004
Design u. Programmierung: götzinger+komplizen